Espenfelder Zeitzeuge Januar 2009

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Espenfelder Zeitzeuge Januar 2009

Beitragvon Muchas Grazias » Samstag 24. Januar 2009, 18:01

Hab heute mal ein paar Foddos im Tal gemacht, nur so aus Interesse. Zum Schluss traf ich einen Zeitzeugen aus Espenfeld, 1934 geboren.

-3 große Flakgeschütze im Tal (hab ihn aber nicht gefragt, an welchen Stellen)
-es gab wohl keine Verteidigung des Tales, als die Amis kamen. Die Baustelle wurde in Windeseile aufgegeben, praktisch fluchtartig.
-die Amis kamen rechts von 21-25 ins Tal runter
-Sprengung seitens der SS unwarscheinlich
-die Sprengungen der Russen gewaltig, Sprengkommando 30-40 Mann, in Espenfeld einquartiert
-die Sprengungen noch sehr weit spürbar, Aussage: "Es hat mächtig gerumst!". Die Leute hatten Angst um ihre Häuser.

-die Amis hatten luxuriöse Verpflegung und haben damit nicht gegeizt, die Kinder der umliegenden Dörfer fühlten sich wie die Made im Speck
-die Amis haben sich ungefähr 2 Wochen im Tal aufgehalten
-die Amis haben kleine Schützengräben im Tal gebaut (also nur ganz primitiv)
-amerikanische Flugzeuge sind tagelang überm Jonastal gekreist (also vor Eintreffen der Bodentruppen (eine seiner deutlichsten Erinnerungen)

-er war mit anderen Kindern in einem Stollen von 16-20 oder 21-25 drin, aber nur ein ganz kleines Stück, sind dann wieder abgehauen

-die Häftlinge des Lagers Espenfeld mussten nach Feierabend auf dem Rückmarsch Jeder einen Steinbrocken unterm Arm mitschleppen! (er hats selbst gesehen), für irgendwelche Bauten im Lager
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Beitragvon Under » Samstag 24. Januar 2009, 21:37

schöne aussage, klingt auch sehr plausibel
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Beitragvon wolle » Sonntag 25. Januar 2009, 10:08

Zeitzeugen Aussagen eines 10 Jährigen überlegt mal an was könnt ihr euch aus eurem 10ten lebensjahr Erinnern. Glaubt ihr das die Mütter ihre Kinder zu den Lagern geschweige den zu den Amis gelassen oder ins tal gelassen haben ????????! Vor allem nach 12 Jahren Gehirnwäsche auch durch die Schulen und HJ oder Pimpfe ! Also will mal sagen ein teil der aussage wird schon wahr sein aber wie bei allen aussagen ist auch ein teil unwahrheit zusammen. wie ihr schon bei Frau werner sagtet.Also ich weiß von Erzehlungen aus der Familie das es den Amis Spaß gemacht haben soll wenn sich die Kinder um die Chokolade die sie von Ihren LKW schmissen gebrügelt haben das ist die 2te seite der Medalie
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Beitragvon Under » Sonntag 25. Januar 2009, 10:33

ich versteh immer nicht, warum ihr an zeitzeugen soviel zweifelt. wenn das erste mal nach den wirren und unannehmlichkeiten des krieges plötzlich der ami kommt, dann ist das schon ein einschneidendes erlebnis. außerdem ich hätte auch versucht, diese geheimnisvollen soldaten zu sehen. wenn dann noch eins, zwei freunde mitgekommen wären - na hopp die waldfee nix wie hin und merken würde ich mir diese erinnerung auf jedenfall.
außerdem werden solche erinnerungen nicht in massen zu finden sein. manches kind/junge hat halt den mumm hin zu gehen, ein anderer wartet lieber zu hause.
aber diese zweifel find ich nicht gut. nehmt diese aussagen doch einfach erstmal hin, vergleicht sie mit anderen und wartet auf ergänzende bzw. bestätigende aussagen. wenn sie für euch nicht relevant sind, vergeßt sie einfach!
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Beitragvon Volwo » Sonntag 25. Januar 2009, 10:45

Man wird leider immer weniger älter als Jahrgang 1934 finden.
Ansonsten deckt sich die Aussage mit Einigem.


PS: Habe das Thema abgetrennt und ins Zeitzeugenforum verschoben
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Beitragvon Hans-Jürgen Räppold » Sonntag 25. Januar 2009, 11:05

Ich gebe under voll und ganz recht! ich kann mich noch gut an meine Zeit als 10-Jähriger und jünger erinnern - war es doch eine harte und doch interessante Zeit! Den einen Winter - ich glaube es war 1948/49 - hatte ganz Sonneberg in einer Schule Unterricht - gab keine Kohle! Und dann die Schmuggelei in den Westen, Pilze und Beerensuchen war im Westen auch besser - und so was soll sich nicht einprägen? Einbrennen wäre vielleicht das bessere Wort!
Gruß Jürgen
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Beitragvon Volwo » Sonntag 25. Januar 2009, 11:57

vom Beitrag rübergeholt:

Muchas Grazias hat geschrieben:Er hat zu mir gesagt, er und ein paar andere Kinder haben sich so oft wie möglich bei den Amis aufgehalten (also bei denen im Tal). Die hat das nicht gestört, im Gegenteil. Die waren sehr großzügig, wie eine Art Familie. Außerdem hatten die Kinder in diesen Tagen keine Schule! Für Ihn war es das schönste Erlebniss seiner Kindheit!

Ob die sich nun 10x, 5x oder nur 3x bei den Soldaten aufgehalten haben, ist doch völlig schnurz.

Jedenfalls sind seine drei deutlichsten Erinnerungen:
-3 große Flakgeschütze im Tal
-amerik. Flugzeuge kreisten tagelang überm Tal
-die Amis hatten üppige Verpflegung.

WAS GIBTS DARAN ZU ZWEIFELN?
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Beitragvon Volwo » Sonntag 25. Januar 2009, 11:57

dito:
wolle hat geschrieben:ZUM Beispiel: Ich habe ich mich mal mit meiner Oma über das Tal unterhalten .Ich glaube sie hat mir Erzählt das auf alle Fälle über den Jungfernsprung Tarnnetze gespannt waren und das Haufenweise Rohre an der Weiße lagen sowie auch Häftlinge dort waren (Das sie Klapper dürr waren und im winter nur Holzpantienen anhatten) . ALSO ganz einfach das war auch in meinem 10ten Jahr ich weis aber nicht mehr genau was sie gesagt hat auch sind inzwischen Jahre vergangen und andere Leute haben es wieder ein biserl anders beschrieben deshalb zweifel.An eines Kann ich mich aber genau erinnern an die Tarnnetze das sie sie erwähnt hat.Ich sagte ja auch nicht das alles falsch ist aber mann daran denken mus das vieleicht nicht alles war ist .So jetzt Kommen wir zum nächsten.Warum tu ich so eine Baustelle nicht Tarnen wenn es eine Produktionsanlage oder FHQ sein soll und das noch unter Geheim eingestuft ist.Meiner meinung ist das Tal nur eine Ablenkung damit nicht an anderen stellen gesucht wird.Den ich glaube das die in 6 Jahren Tarnung gelernt haben!(siehe auch youtub Ausbildungslehrfilm Panzergrenadiere ) Warum wenn die im Tal Flak hatten haben sie zugelassen das die Flieger kreisen??? Fluchtartig verlassen haben die die Gegend ja nun auch nicht schließlich haben sie die häftlinge ja noch auf Todesmarsch geschicktund das noch vor der ankunft der Amis Die Nazies haben immer versucht Zeugen die an Gehaimobjekten gearbeitet haben zu liquidieren .Wenn ich mich im Archiv umsehe habe ich vieleicht 5 Zeugenaussagen wo sind die anderen 9995 geblieben und kommisch keine Aussagen von Leuten die im Stollen Gearbeitet haben!!!Warum sollen die noch Leute umbringen wenn dort nur die Paar Unfertigen Stollen sind Auch die SS war nicht Doof die wusten auch das der Krieg verloren ist und das sie zur rechenschaft gezogen werden
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Beitragvon Volwo » Sonntag 25. Januar 2009, 11:58

Volwo hat geschrieben:Habe das Thema noch mal bearbeitet, weil 2 Postings im abgtrennten Thema waren.

Bitte hier weitermachen.
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