Am 12 Mai gegen Abend steht das Jonastal im grellen Scheinwerferlicht. Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen und Bergrettung haben ihre Fahrzeuge in Reih und Glied aufgestellt. Oben am Steilhang sind die Aktivitäten der Rettungskräfte zu beobachten. Was war geschehen? Sechs Männer aus Ilmenau waren gemeinsam unterwegs, wie so oft. Diesmal führte sie ihre Wanderung ins Jonastal. Hier, wo zum Ende des zweiten Weltkrieges ein letztes Führerhauptquartier gebaut werden sollte, kletterten sie an den steilen Abhängen herum. Dabei entdeckten sie einen Durchbruch in einem ansonsten gut gesichterten, unterirdischen Komplex der alten Stollen. Eingeweihte wissen, hier befanden sich die Stollen 16 bis 20. Als sie den Zugang untersuchten entdeckten sie ein Seil, welches in die Tiefe hing. Mindestens zwanzig Meter. Das wissen sie aber wohl nicht, als sich einer aus der Gruppe an diesem Seil auf den Weg nach unten macht. Wie das manchmal so ist, er hätte wohl vorher einmal darüber nachdenken sollen, dass er auch wieder rauf muss. Die meisten Schüler kennen noch die Mühen, wenn sie eine Kletterstange mit vier Metern Höhe erklimmen sollten. An einem Seil für viele noch schwieriger. Aber hier waren es zwanzig Meter. Als der junge Mann vergeblich versuchte heraus zu klettern, kam ihm ein zweiter nach, um zu helfen. Dann saßen beide unten fest. Das übrige regelten die Rettungskräfte. Dabei war das, was diesen jungen Leuten widerfuhr bereits 1997 zwei anderen passiert. Genau an der gleichen Stelle. Deswegen war der Bereich damals aufwendig mit Beton und Stahl gesichert worden. Aber was heißt das schon im Jonastal. Jetzt war er wieder auf. Ein bekanntes Phänomen. Wir können jedem nur abraten sich auf solche halsbrecherischen Touren zu begeben. Da unten gibt es nichts zu sehen, was nicht schon irgendjemand erkundet, fotografiert und gefilmt hat. Der Jonastalverein bietet jedem an, sich in seiner Ausstellung im Rehestädter Weg zu informieren. Dort gibt es auch Bilder der Stollen. Immer wieder werden wir bei Führungen im Jonastal gefragt, ob es nicht möglich ist, einmal in die Stollen zu gehen. Wir raten davon ab, obwohl wir das Interesse verstehen können. Unser Verein bemüht sich deshalb seit Jahren darum, einen der weniger großen und gefährlichen Stollen zu öffnen, um ihn in unseren Geschichtslehrpfad zu integrieren. Wir hoffen damit zu erreichen, dass der Inhalt solcher Stollen entmystifiziert wird. Er ist entstanden durch die unmenschlichen Qualen der damaligen Häftlinge des Sonderbauvorhabens. Das könnte man so sehr gut dokumentieren und gleichzeitig die Neugier einiger Interessierten befriedigen. Leider werden unsere Bemühungen regelmäßig von Seiten einiger der Verantwortlichen untergraben.

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