Gossel - Bombermotor entdeckt - vom 09.08.2005

Quelle: Thüringer Allgemeine vom 09.08.2005

GOSSEL. Alle waren aufgeregt: Sollte endlich die zweijährige, mühevolle Arbeit belohnt werden? Das musste gestern Nachmittag mit Sekt auf dem Acker zwischen Gossel und Espenfeld begossen werden. Der Motor der im März 1944 abgestürzten Lancaster, eines britischen Bombers, konnte von den Mitgliedern des Jonastalvereins in anderthalb Meter Tiefe ausgegraben werden.

Der sonst so besonnene Chef des Jonastalvereis, Johannes Alt, zeigte sich am Telefon etwas hektisch: "Wir haben ihn endlich!" Seit gestern Morgen 9 Uhr gruben sieben Mitglieder des Vereins, darunter Ute Brandt, Norbert Voß, Klaus-Peter Schambach und die Anderen. "Als der Regen kam, merkte das keiner von uns," so gefesselt seien sie gewesen, beschrieb Projektleiter Schambach aus Crawinkel die Situation. Doch allein mit Schippe und Schaufel war es nicht zu machen. Die Agrargenossenschaft Gossel mit ihrem Geschäftsführer Erlfried Hennig, der die schwere Technik zum Herausziehen des Motors bereitstellte, hatte eine wichtige Hilfe geleistet. "Wir unterstützen den Jonastalverein, wo wir können", bestätigte Hennig. Auch Bürgermeister Andreas Gundermann sei sehr kooperativ gewesen. Johannes Alt erzählte beglückt rückblickend zum Fund: Vor zwei Jahren haben wir mit der Suche begonnen, Augenzeugen befragt, Messungen vorgenommen." Letzte Woche am Freitag gab es nochmals detaillierte Untersuchungen. Die zielten auf das Feld, das am Wochenende noch schnell abgeerntet werden musste. Und gestern Nachmittag dann endlich die Gewissheit: Es sind die Teile des 1944 abgestürzten Bombers, einer Lancaster vom Typ Avro 683. Dr. Thomas Grasselt vom Landesamt für archäologischen Denkmalschutz in Weimar hatte die Grabungserlaubnis gegeben. Danach gehöre der Fund zunächst dem Freistaat Thüringen. "Wir dürfen ihn aber", so ist sich Johannes Alt sicher, "im Dokumentationszentrum des Vereines in Wölfis ausstellen." Auch die übrigen gestern ebenfalls gefunden kleinen Flugzeugteile gehören mit dazu.

Klaus-Peter Schambach erklärte einiges zur Historie: "Laut Zeitzeugen geschah der Absturz am 24. März 1944, 22 Uhr, hinter den so genannten Drei Kreuzen Richtung Espenfeld." Die Besatzung des Bombers seien Kanadier und Engländer gewesen. Es wurde von bis zu acht Besatzungsmitgliedern gesprochen. Ein Überlebender, der vermutlich damals bei Liebenstein abgesprungen war und in Gefangenschaft geriet, wurde zur Absturzstelle zwecks Identifizierung der Toten gebracht. An dem Flugzeugwrack waren die Markierungen für 39 Einsätze festgestellt worden. Angeblich sei der Bomber bereits in der Luft explodiert. Er war auf dem Rückflug nach einem Einsatz, hatte jedoch in der Umgebung keine todbringenden Waffen abgeworfen, so die Aussage eines Zeitzeugen, der gestern mit dabei war.

Marlis KIESEWALTER


08.08.2005

Neuer Lehrpfad im Jonastal - vom 08.08.2005

Quelle: Thüringer Allgemeine - Ilmkreis am 08.08.2005

Neuer Lehrpfad im Jonastal
Geschichte und Natur werden auf besondere Weise vermittelt

ARNSTADT.
Am 14. August wird um 10 Uhr der neue Geschichts- und Naturlehrpfad im Jonastal eröffnet. Treffpunkt ist an der Kompressorenanlage im Jonastal. Bei dem in den letzten Jahren errichteten Dokumentationszentrum und der Begegnungsstätte in Wölfis handelt es sich um die einzige Ausstellung in Thüringen, die sich mit der Problematik KZ S II beschäftigt. Dort können Schüler- und andere Gruppen vor Ort betreut werden. Die Geschichtsund Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e.V., Initiator des Geschichts- und Naturlehrpfades, hofft nun, die ge-schichtsträchtigen Anlagen für die Bildung, Erziehung und Aufklärung des Kreises besonders im Bereich des Jonastals nutzen zu können. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den am Pfad aufgestellten Ansichtsund Informationstafeln. Diese informieren auf der Vorderseite über die einzelnen geschichtlichen Daten, über Ausgrabungen usw., auf der hinteren Seite der Schilder wird über die Vorkommen an seltenen Pflanzen und Tieren berichtet, auf die Besonderheiten aufmerksam gemacht. Sowohl auf dem kleinen Rundwanderweg, als auch auf dem 20 Kilometer langen Geschic

Von Mythen und Monstern im Jonastal - vom 26.07.2005

Quelle: Thüringer Allgemeine am 26.07.2005 (Ilmkreis)

Von Mythen und Monstern

ILMKREIS. Die Erinnerung an das Jonastal mit seiner unheilvollen Geschichte, dem Todesmarsch von Häftlingen, die beim Bau des so genannten Führerhauptquartiers geschunden und getötet wurden, wird auf vielfältige Weise mit Gedenkstätten wach gehalten. Jetzt kommt ein Geschichtspfad hinzu. Manche vergleichen es mit dem Loch-Ness-Ungeheuer, was in den zugemauerten und noch nicht entdeckten Stollen im Jonastal an nicht aufgearbeiteter Geschichte lauert. Eine solche Bezeichnung wird dem Geschehenen jedoch nicht gerecht, denn das Grauen war unbeschreiblich. Die tatsächlichen Geschehnisse und das, was noch im Verborgenen schlummert, will der Jonastal-Verein aufarbeiten - ohne Hypothesen aufzustellen, ohne sich irgend welcher Spekulationen zu bedienen. Er geht erst dann mit neuen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit, wenn diese tatsächlich auch beweisbar sind.

Neben dem Dokumentationszentrum in Wölfis (TA berichtete), das sich bereits regen Interesses erfreut, wird Mitte August der Geschichts- und Naturlehrpfad im Jonastal eröffnet. Vereinschef Johannes Alt aus Gehren von der Geschichts- und Technologiegesellschaft Großraum Jonastal e. V. stellte das Projekt nun vor: Seit Alters her ranken sich viele My

Küchentrakt im Jonastal freigelegt - vom 04.08.2005

Quelle: Thüringer Allgemeine am 04.08.2005

Küchentrakt im Jonastal freigelegt

ARNSTADT (mk). Ein Stein, ein Bier - jene abwertende Bezeichnung für Bauarbeiter, die früher oft angewendet worden ist, schien für die Arbeiter, die im Jonastal für die Errichtung des so genannten Führerhauptquartiers mit eingesetzt waren, verwendbar - aber nur vielleicht. Jedenfalls tranken sie Bier aus der einstigen Mergell-Brauerei. Eine Küchenbaracke, die jetzt freigelegt worden ist, war offensichtlich für die Speisezubereitung von etwa 1000 Arbeitern - Mineure, Facharbeiter, Vermessungspersonal, Bergarbeiter - zuständig. Deren Versorgung war natürlich eine andere, als jene der 5000 Häftlinge, die unter schwersten Bedingungen arbeiten und mit einer Wassersuppe zufrieden sein mussten. Der Chef des Jonastalvereins, Johannes Alt, berichtete gestern, dass die Vereinsmitglieder beim Anlegen des Geschichts- und Naturlehrpfades (TA berichtete) im Jonastal auf die Fundamente gestoßen sind. Bei den Ausgrabungen der ehemaligen Küchenbaracke sind Geschirrteile, Steingut und eben jene Bierflaschen aus der berühmten Brauerei zu Tage getreten. Die Fundstelle befindet sich hinter der Kompressorstation. Reste von Fundamenten seien jedoch auch an der Pumpennische entdeckt worden, wie Alt anmerkte. Pläne und Zeichnungen über das Jonastalgebiet aus der Zeit vor 1945 gebe es nicht, lediglich aus der Zeit danach. Die russische Militäradministration hatte nach 1945 den Architekten Kott beauftragt, Pläne über die Stollenanlagen und das Gebiet anzufertigen bzw. zu rekonstruieren, so Alt. Die Originalunterlagen aus der Nazizeit schlummern womöglich in amerikanischen Archiven. Das vermuten die Mitglieder des Jonastalvereins, der sich offiziell als Geschichts- und Technologie-Gesellschaft Großraum Jonastal bezeichnet. Am 14. August wird der von ihm initiierte Geschichts- und Naturlehrpfad vorgestellt. Hierbei eröffnen sich für den Besucher interessante Einblicke in bekannte Anlagen, aber auch in aktuell freigelegte, wie die Küchenbaracke und weitere Fundamente.


03.08.2005

Die Bombenbastler Hitlers - vom 26.07.2005

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2005, Nr. 171 / Seite 7

Die Bombenbastler Hitlers
Kurt Diebner trieb die atomaren Versuche im "Dritten Reich" am weitesten voran

26. Juli 2005 Rainer Karlsch: Hitlers Bombe. Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005. 415 Seiten, 24,90 [Euro].

Die Bombe platzte am 3. März 1945 auf dem Gelände des KZ Ohrdruf im Thüringischen - dann 60 Jahre später als "medialer Super-GAU", wie ein Journalist meinte. Von "Sensation" bis "Scharlatanerie" reichen die Wertungen des Buchs von Rainer Karlsch. Die einen glauben, die Geschichte des "Dritten Reiches" müsse umgeschrieben werden, die anderen sehen im Autor schlicht einen "Spinner". Es gibt Physiker und physikalische Anstalten, die Karlschs Thesen bestätigen, andere bestreiten sie. Am 12. Oktober 1944 auf Rügen, am 3. März 1945 in Ohrdruf unter der formalen Leitung der SS (Hans Kammler) seien zwei nukleare Explosionen ausgelöst worden; letztere habe Hunderte von Menschenleben gefordert. Gerade deswegen hätten alle Beteiligten über Farm Hall (das englische Internierungslager für deutsche Atomforscher) hinaus bis zu ihrem Lebensende sich gehütet, davon zu sprechen. Diese Behauptung ist Höhe- und Endpunkt des Buches zugleich.

Einige Indizien (Bodenproben) sprechen für, andere gegen diese nuklearen Ereignisse. Die Phalanx der heutigen deutschen Atomphysiker scheint sich nur in einem Punkt einig zu sein: Was, wenn überhaupt, immer da explodierte, eine Atombombe vom Typ Hiroshima war es nicht, denn es ist unbestritten, daß den Deutschen die dafür benötigte Menge hochangereicherten Ur

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