in Mitleidenschaft gezogen. Als alles vorbei war. fingen wir. die Tochter meines Chefs und ich, erst einmal an, die Schaufenster auszuräumen, die anschließend mit Brettern vernagelt wurden. Danach wollte ich erst einmal wissen, ob meinen Verwandten nichts passiert war. Als ich in den Straßen einbog, sah ich. dass die Aufräumungsarbeiten auch hier schon in vollem Gange waren und alle, bis auf ein paar Kratzer, wohlauf waren. Somit konnten wir uns um Verwandte kümmern, die dringend unserer Hilfe bedurften. Wir brachten eine Familie, die verletzt war sowie eine Mutter mit ihrem Säugling ins Krankenhaus. Unterwegs gab uns die Milchfrau in der Lindenaustraße ihren Wagen, der ursprünglich dem Transport der Milch diente. So wurde dieser Wagen zum Krankentransport. Da war der Weg zum Krankenhaus auch schon fast geschafft. Für solche Notfälle war unser Krankenhaus natürlich viel zu klein. Es platzte aus allen Nähten, die Verwundeten lagen auf den Gängen bis sie behandelt werden konnten. Fast alle Ärzte der Stadt, Hebammen und Stadtschwestern haben ununterbrochen bis spät in die Nacht gearbeitet. Als wir nach Hause mussten, war der Einsatz für alle Beteiligten der Rettungsaktion noch lange nicht beendet. Allerdings waren wenige Tage danach fast 100 Tote zu beklagen. Noch heute sehe ich die Grube vor mir, ein Sarg neben dem anderen. Auf dem Ordrufer Friedhof wurden sie mit militärischen Ehren begraben. Für BDM und HJ ein absolutes Muss dabei zu sein, um Härte zu beweisen.

Das alles werde ich nie vergessen! Noch während der Kampfhandlungen um Ohrdruf und Umgebung sowie bei Tiefflugangriffen mussten durch Granatsplitter noch einige Kinder und Eisenbahner ihr Leben lassen. Gisela Meister

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