Am 6. Februar gegen Mittag gab es gleich Hauptalarm "und da wussten wir, es ist etwas Schlimmes im Gange", erzählt sie. Alles rannte aus der Schule in Richtung Markt. Sie fand Schutz im Keller vom Halben Mond. Sie wollte zum Bahnhof und nach Hause. "Es war Chaos. Die Leute heulten, suchten ihre Kinder. Überall Geröll und zerbrochene Glasscheiben. Und beim Bahnhof dann ein Trichter am anderen." Dort sah die 14-Jährige viele Tote. Da kein Zug mehr fahren konnte, liefen viele Schüler zum Riedtor und von dort zu Fuß nach Gräfenroda, wobei sie von Tieffliegern beschossen wurden.

Wie viele Menschen bei dem Angriff starben, dazu gibt es unterschiedliche Angaben. Die Chronik von Arnstadt berichtet über 85 Tote und 59 Verletzte. 21 Gebäude wurden total zerstört, viele schwer beschädigt. Vor allem das Bahnhofsviertel war Ziel des Angriffs, der vor allem dem Bahnhof gegolten haben dürfte. Eine Bombe traf das Hauptgebäude des Marienstifts, in dem die Diakonissenschwestern Gertrud Ranft, Anna Schönau und die Küchenleiterin Anna Hense starben.

Neben wenigen Fotos aus dieser Zeit bleiben die Erinnerungen jener, die das Grauen des Krieges überlebt haben. Jutta Schneider hat die ihren aufgeschrieben, damit man sie noch in Jahren nachlesen kann.

Mit Friedensgebeten in den Kirchen, einem Gedenken im Hof des Marienstifts und einer Veranstaltung morgen um 14 Uhr an den Gräbern der Toten auf dem Arnstädter Friedhof wird der Bombenopfer gedacht.

04.02.2005

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