Diese erste historische Analyse des nationalsozialistischen Terrorsystems soll die Tatsache in Erinnerung zurückrufen, dass die Entwicklung der SS und die Einrichtung der Konzentrationslager, in denen mehr als sechs Millionen Menschen einem geplanten Völkernord zum Opfer fielen, zur Herrschaftspraxis eines in Deutschland etablierten politischen Regimes gehörten, dessen verbrecherische Absichten heute von manchen Interpreten schon nicht mehr in voller Schärfe gesehen werden. Als historisches Dokument ersten Ranges hat diese bereits 1946 erschienene und 1974 mit einem neuen Vorwort des Autors versehene Werk nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt. Über den Autor Prof. Dr. Eugen Kogon, geboren 1903 in München, promovierte 1927 mit einer Arbeit über den Korporativstaat des Faschismus. Nach seiner Verhaftung 1939 kurz nach dem Einmarsch der der Nationalsozialisten in Österreich, blieb Kogon bis 1945 zunächst in Gefängnissen der Gestapo, dann im KZ Buchenwald. Eugen Kogons Der SS-Staat: Das System der deutschen Konzentrationslager ist bald nach seinem ersten Erscheinen zu einem Standardwerk über die Geschichte der deutschen Konzentrationslager geworden. Leser dieses Klassikers erfahren in der Einleitung, dass Der SS-Staat die überarbeitete Version eines Berichts ist, den Kogon mit einer Gruppe befreiter Buchenwald Häftlinge für den amerikanischen Kriegsnachrichtendienst geschrieben hat. Das Vorhaben, den ursprünglich hektographierten deutschsprachigen Bericht ins Englische zu übersetzen und zu veröffentlichen, wurde bald aufgegeben. Stattdessen wurde Kogon von den Alliierten unterstützt, aus dem Bericht, "der ja seinem ganzen Charakter nach an eine Behörde, nicht an die Öffentlichkeit gerichtet war," wie Kogon in der 1974er Einleitung schrieb, ein Buch zu machen.

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